Seitdem die Überschuldungskrise immer wieder für Schlagzeilen sorgt, werden in regelmäßigen Abstä
Die größte Gefahr für das Überleben des Euro ist vielleicht nicht ein Austritt der Griechen aus der Währungsunion. Sie könnte in der Balkanisierung des europäischen Bankensystems liegen.
Der Zerfall des europäischen Bankensystems
Von David Wessel, 15. Juni 2012, 17:35, Wall Street Journal
http://www.wallstreetjournal.de/article/SB100014240527023038222045774683...
"Was allerdings viel schwerer wiegt, ist der Zerfall der jahrzehntelangen grenzüberschreitenden Integration europäischer Banken. Diese Entwicklung birgt nicht nur die Gefahr in sich, dass Süd- und Osteuropa von der Kreditvergabe abgeschnitten werden und sich die wirtschaftlichen Probleme dieser Regionen damit verschärfen. Sie gefährdet darüber hinaus die Vorstellung von Europa als einheitlichen Wirtschaftsraum. Erste Anzeichen für derartige Auflösungserscheinungen kamen von der französischen Credit Agricole. Die Bank plant, ihre griechische Tochter aufzugeben, falls das Land die Eurozone verlässt.
Es war einmal: Die Vision eines einzigen europäischen Finanzmarkts
Seit den neunziger Jahren haben die Kreditinstitute Europas auf das Ziel eines Binnenmarkts für Bankdienstleistungen hingearbeitet. Eine „einheitliche Bankenlizenz" war sogar noch vor Einführung des Euro selbst auf den Weg gebracht worden."
"Doch zurück zur Gegenwart. Heute scheuen die Banken in einem Land der Eurozone davor zurück, Kreditinstituten aus einem anderen Euroland Geld zu verleihen. Sie haben Angst, es nie wieder zu sehen. Die Kreditvergabe unter den Geldhäusern der Eurozone lag Ende 2011 um 60 Prozent unter dem Spitzenwert aus dem Jahr 2008. Das Geld wird nicht mehr wie früher über die üblichen Kanäle von Bank zu Bank geleitet. Es fließt nur noch über die Europäische Zentralbank (EZB)."
"Der Interbankenmarkt ist stark gestört. Er funktioniert nicht", sagte EZB-Präsident Mario Draghi Anfang Juni. "
Der Zerfall des europäischen Bankensystems - WSJ
http://www.wallstreetjournal.de/article/SB100014240527023038222045774683...
Kommentare
Lange (nicht überprüft)
15. Juni 2012 - 21:23
Permanenter Link
Und da ist es wieder, das Misstrauen der Banken
untereinander. Gerade im Geldgewerbe ist das Vertrauen der Banken lebensnotwendig! Wenn es nicht mehr vorhanden ist, kommen die ganzen Finanzströme in Schieflage. Da kann die EZB noch soviel Geld in den Geldkreislauf pumpen, es bleibt ein Notkreislauf! Vertrauen kann man man auch nicht mit Unmengen
von Geld kaufen. Dem gleichen Irrtum sitzen auch unsere Regierung und die Regierungen anderer EU Staaten auf! Motto: Geldschleusen voll aufgemacht und alles ist gut. Eben nicht!