Seitdem die Überschuldungskrise immer wieder für Schlagzeilen sorgt, werden in regelmäßigen Abstä
"Die deutsche Debatte über den Euro stößt sofort an ihre Grenzen wenn jemand Alternativen zur Einheitseuropolitik ins Gespräch bringt." Meint Hans-Olaf Henkel in seiner Handelsblatt-Kolumne. Weder die über 200 Ökonomen in ihrem "Offenen Brief" noch Kritiker wie Prof. Hans-Werner Sinn oder Thilo Sarrazin würden den Ausstieg aus der Einheitswährung verschreiben. "Letzterer meinte, der Nord-Euro sei ohne Frankreich aus politischen Gründen nicht akzeptabel."
Es werde "höchste Zeit, auch den Verlauf der ökonomischen Sollbruchstelle in der Eurozone zu erkennen, glaubt Henkel. Sie läge "nicht zwischen den PIIGS-Ländern (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) und dem "Norden"", sondern, nach Henkels Auffassung, zwischen Frankreich und Deutschland", so der Ex-Manager in seiner Handelsblatt-Kolumne. "Die Staatsausgaben jenseits des Rheins liegen bei 56%, also mehr als zehn Prozentpunkte über unseren. Die Neuverschuldungsrate ist drüben dreimal so hoch wie bei uns. Die Steuer- und Abgabenquote belastet französische Unternehmen schon jetzt mit sieben Prozentpunkten mehr als unsere und wird durch die neuesten Entscheidungen Francois Hollandes weiter steigen. Die Arbeitslosenrate, insbesondere unter der Jugend, ist schon jetzt grotesk und wird durch den ungebremsten Verlust weiterer Arbeitsplätze noch zunehmen."
"Letzte Woche wies der französische Ökonom Gérard Dussillol in der FAZ darauf hin, dass zwischen 1945 und der Einführung des Euro der Franc jedes Jahrzehnt gegenüber der D-Mark um ca. ein Drittel abgewertet wurde und dadurch die französischen Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben konnten. Um den Anschluss nicht völlig zu verlieren, braucht Frankreich heute wieder eine Abwertung. Diese intern durch Reformen und Kürzungen der Sozialleistungen zu erreichen, ist angesichts der politischen Agenda Francois Hollandes völlig aussichtslos."
"Bleibt also nur der Ausweg über eine externe Abwertung. Eine solche wäre über den Austritt der Nordländer aus der Eurozone zu erreichen. Im Klartext heißt das: Ein Euro ohne Deutschland. Das heißt auch: Ein Nord-Euro ohne Frankreich."
Frankreich – Deutschland: Scheidung nötig!
Von Hans-Olaf Henkel, 30.07.2012, 09:23, Handelsblatt
http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/henkel...
Kurzkommentar:
An der Spree ist alles ok... Genau Herr Henkel... Henkel will Nord-Euro ohne Frankreich, die "Scheidung von Frankreich"... Sehr hilfreiche Positionierung. (Mal unabhängig von der Kurzsichtigkeit dieser kurzgriffigen Analyse.) Je klarer ausgearbeitet solche Standpunkte, desto besser: Damit ergibt sich für Westdeutsche (Nordwestdeutsche, Süddeutsche und Südostdeutsche) die Chance, sowohl die Wähnwitz-Irren in Saugraub-Berlin, deren stets gleich außenausbeundend raubpressende, alt-neue, minderintelligent minderleistende Anti-Bürger-Obrigkeitsstaatssozialisten-Kultur, das politische Primatentum am stets gleich substanzlosen Raubbürokraten-Hauptort (Stichworte u.a. Funktionärs-Wiedervereinigung gegen West- und Ost-Bürger, Energiewende, Raubtier-Subventionskultur, Totalauspressung der eigenen Bürger, insbes. der Südwestdeutschen) und die neuen Ost-"Eliten", die wir - Kohl sei Dank - geschenkt bekamen, genau so neu loszuwerden, wie Brüsselkuckucksheim:
Vielen Dank Herr Henkel.
Kommentare
Bryan Hayes
30. Juli 2012 - 12:20
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Der Nordeuro ist politisch unmöglich
Und zwar deshalb, weil das Gewicht Deutschlands zu groß wäre; kein Politiker in den anderen potenziellen Nordeuro-Ländern wäre bereit, eine Währungsunion einzugehen, in der Deutschland klar dominieren würde.
Würde der Nordeuro von den Ländern Deutschland, Niederlande, Österreich, Finnland, Irland, Finnland, Slowakei, Luxemburg und Estland verwendet werden, so wäre der Anteil Deutschlands am BIP dieser Nordeuro-Zone ca. 65%. (Belgien ist deshalb nicht in dieser Liste enthalten, weil die Verschuldung zu hoch ist und weil die Mentalität und die inneren Strukturen dort im Zweifel zu instabil etc. sind).
Ergänzt man die Zone um die noch-nicht-Euro-Länder Schweden, Polen, Dänemark, Tschechische Republik, Litauen und Lettland, so wäre der Anteil Deutschlands immer noch 50%.
Man darf sich hierbei nicht von der Tatsache in die Irre führen lassen, dass in der Vergangenheit (vor dem Euro) viele dieser Länder sich währungspolitisch an Deutschland orientiert haben; es ist ein Riesenunterschied, ob man fix Mitglied in einer Währungsunion ist, oder ob man sich freiwillig an der Bundesbank orientiert, mit der Möglichkeit, jederzeit anders zu agieren.
Von großer Bedeutung in diesem Zusammenhang ist auch, dass Deutschland die letzten Jahre auch keinerlei Vertragstreue hat erkennen lassen, sondern vollkommen willkürlich, arrogant und rechtlos agiert hat; dieser Umstand wird alle Politiker der anderen Länder erst Recht extrem vorsichtig sein lassen, denn diese wollen unter keinen Umständen eine Art Vasallenstaat Deutschlands sein.
derhorstmüller (nicht überprüft)
30. Juli 2012 - 13:05
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Der Nordeuro existierte bereits - und zwar sehr erfolgreich.
Die Wechselkurse zwischen Schilling und DM sowie Gulden und DM waren fest. Erst erkannte es Holland, dann zog 15-20 Jahre später Österreich nach. Das war die Ausgangslage. Darauf hätte man aufbauen können. Das wurde vom französischen Hegemonialanspruch verworfen. Holland und Österreich könnten aber heute noch aus dem Stand einem Nord Euro beitreten.
Bryan Hayes
30. Juli 2012 - 14:04
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@derhorstmüller: Die freiwillige Bindung an die DM ist nicht das
gleiche wie eine Währungsunion. In letzterer nämlich spielt, egal wie auch immer im Einzelnen, die Politik sehr wohl eine Rolle. Wären die Stimmrechte z.B. nach BIP-Anteil verteilt, so würde Deutschland klar dominieren, wären die Stimmrechte für alle gleich (wie bei der EZB), so könnten sich mehrere kleinere Länder gegen Deutschland verbünden.
Theoretisch könnte das zwar funktionieren, aber das setzt voraus, dass die Regularien wirklich gut sind und DASS SIE UNBEDINGT EINGEHALTEN WERDEN, UND ZWAR OHNE JEDE MÖGLICHKEIT DES POLITISCHEN DRUCKS.
Die Erfahrungen mit dem Euro zeigen allerdings, dass die - durchaus nicht so schlechten - Regularien SEHR WOHL gebrochen werden. Und selbst wenn sie formal nicht gebrochen würden, wäre trotzdem noch nicht Möglichkeit des politischen Drucks verschwunden.
Unterm Strich würde Deutschland also selbst in dem Falle, dass die Stimmrechte pro Land gleich sind, durch politischen Druck trotzdem dominierend sein können.
Diese Argumente sind es, die mich dazu veranlassen, einen Nordeuro in der skizzierten Form für politisch unmöglich zu halten, denn eine solche Dominanz würde andernorts schlicht und ergreifend nicht akzeptiert werden; jeder Politiker in einem der anderen Länder würde politischen Selbstmord begehen, wenn er derartiges fordern würde.
der horst müller (nicht überprüft)
30. Juli 2012 - 19:26
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Die Stimmrechte waren möglicherweise gleich.
Jeder hatte möglicherweise 100% . Nur gab es sicher drei verschiedene Muster an Münzen. Hätte man nun zusätzlich einen GIM eingeführt - sagen wir ein GIM , mit drei festen Wechselkursen darauf. Dann hätte jeder gewußt, was ein GIM wert ist, etwa 1 DM, 7 Gulden oder 12 Schilling oder so. Einfach drauf schreiben: stimmte immer. Keine Währungsunion? Den hochpolitische Anteil hatte ich nicht wahrgenommen. Aus benannter Erfahrung mit den drei Währungen, die man nicht teilen mußte. Aber man konnte das: war kein Problem, denn es entstand kein Verlust.
Alexander Rodert
30. Juli 2012 - 14:10
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Mit diesem Interview
Zeigt Herr Henkel m.E. , dass er genau so politisch unterwegs ist, wie Herr Kohl es war.
Alexander Rodert
30. Juli 2012 - 14:54
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Zum Vergleich: Dieter Spethmann 2010 im Handelsblatt
Der ehemalige Thyssen-Chef Dieter Spethmann klagt mit vier Juristen und Ökonomen gegen den Euro-Rettungsschirm, weil er fürchtet, dass sich Deutschland damit ruiniert. Er konstatiert einen Verfall der wirtschaftspolitischen Kompetenz in der Bundesregierung seit Helmut Kohl und greift vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf an.
Ex-Thyssen-Chef Spethmann: „Wir werden inkompetent regiert“
08.07.2010, 06:01, von Gabor Steingart und Dirk-Hinrich Heilmann, Handelsblatt
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ex-thyssen-chef-spethman...
"HB: Die Politik rechtfertigt den Rettungsschirm mit der Gefahr, die für den Euro bestanden hat.
Spethmann: Das ist nicht zulässig. Währungsunion und europäische Integration sind keine höheren Prinzipien, die die Missachtung europäischer Verträge und nationaler Verfassungen rechtfertigen. Einer Inflations- und Haftungsgemeinschaft darf Deutschland gar nicht angehören. Es ist dann nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet, eine solche Union zu verlassen. Das geht aus früheren Urteilen des Bundesverfassungsgerichts hervor.
HB: Aber was käme danach?
Spethmann: Ich bin dafür, dass Deutschland mit den nordeuropäischen Ländern, also den Niederlanden und den Skandinaviern, eine Nord-Währungsunion bildet. Wir sollten Frankreich einladen, Mitglied zu werden, und auch Russland als Gegengewicht hinzubitten.
HB: Wie bitte? Sie wollen lieber die Russen als die Italiener dabeihaben?
Spethmann: Der Rubel ist stabil und wir beziehen unsere Rohstoffe von dort. Wir reden von der Währungsunion, nicht von einer Hochzeit.
HB: Bevor wir das Erreichte wegwerfen – wäre es nicht den Versuch wert, der bestehenden Währungsunion eine echte Stabilitätskultur einzupflanzen?
Spethmann: Das geht nicht. Das Problem ist, dass zehn der 16 Euro-Länder international nicht wettbewerbsfähig sind und das auch nicht schaffen werden. Darunter ist auch Frankreich. Diese Schwächen können diese Länder nur auf zwei Wegen beheben: Entweder durch eine äußere Abwertung oder sie müssen intern real abwerten, indem sie Löhne und Sozialausgaben senken. So wie der Mensch gebaut ist, wird er aber die Minderung seiner Rechte gegenüber dem Staat nicht hinnehmen."
HB: Die Europäische Währungsunion ist also in ihrer jetzigen Zusammensetzung nicht zu retten?
Spethmann: So ist es. Der Rettungsschirm würde gar nichts nützen. In diesen zehn Ländern wachsen Jahr für Jahr die Defizite in den Leistungsbilanzen. Sie rühren daher, dass die interne Inflation in diesen Ländern höher ist und die Entwicklung der Produktivität schlechter ist als in Deutschland. Und diese Schere geht immer weiter auseinander. Das ist eine atemberaubende Entwicklung, die nur in einer politischen Explosion enden kann, wenn man sie nicht entschärft.
HB: Aber ist es wirklich fair, Frankreich über den gleichen Kamm zu scheren wie Griechenland?
Spethmann: Die Franzosen haben seit Menschengedenken Probleme mit ihrer Handelsbilanz. Sie leben ständig über ihre Verhältnisse. Ich sehe leider nicht, wie sie das ändern wollen.
HB: Sie erwarten also, dass die Bundesregierung daran scheitert, die Währungsunion zu reformieren?
Spethmann: Aber ja, sie wird Deutschland ruinieren, wenn sie so weitermacht.
HB: Liegt das auch daran, dass es der bürgerlichen Regierung am nötigen wirtschaftspolitischen Können fehlt?
Spethmann: Wir werden inkompetent regiert. Die CDU hat einen furchtbaren Substanzverlust erlitten, der schon mit Helmut Kohl [ab 1973 Bundesvorsitzender der CDU] begann. Die Welt der Unternehmen war ihm fremd wie die Welt der Unternehmer. Er hat die CDU zerstört, indem er systematisch alle ökonomisch kompetenten Köpfe eliminiert hat.
HB: Sie haben alle Bundeskanzler erlebt. Wie ordnen Sie sie der wirtschaftspolitischen Kompetenz nach ein?
Spethmann: Konrad Adenauer hat immer dafür gesorgt, dass im Parlament für die CDU auch Unternehmer sitzen. Heute ist da doch kein einziger mehr.
HB: Und der Niedergang begann mit Kohl?
Spethmann: So ist es. Das wurde mir schon klar, als ich 1982 als Thyssen-Chef und Vorsitzender des Stahlverbandes zum Antrittsbesuch zu ihm kam. Ich schmiss mich in meinen Stresemann und ging hin zum Gratulieren. Da sitzt der Mann in seinem Arbeitszimmer in Hausschuhen, hinten offen, eine blaue Jacke an, geschwungene Pfeife und eine Flasche Pfälzer Spätlese auf dem Arbeitstisch. Ich hab mich gefragt: „Wo bin ich?“ Und dann hat er 55 Minuten lang nur geredet." [...]
Ex-Thyssen-Chef Spethmann: „Wir werden inkompetent regiert“ - Handelsblatt
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ex-thyssen-chef-spethman...
[ http://www.deutschland.net/content/ex-thyssen-chef-spethmann-wir-werden-... ]
insider (nicht überprüft)
30. Juli 2012 - 16:52
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Kohl hatte allen Grund zum
Kohl hatte allen Grund zum Saufen 1982, wusste er doch scheinbar, dass man das Ganze nur besoffen ertragen kann, die "granitene Dummheit" um sich her, die speichelleckenden Funktionäre und natürlich der Souverän, der nicht willens und in der war und ist, seinen Namen fehlerfrei zu schreiben. Wie soll man ein solches Volk systematisch ausrauben und ausplündern zum eigenen Wohle und seiner eigenen Funktionäre, besoffen natürlich.