Debatten

Europa: Krisenprofiteur Deutschland - Deutschland saniert sich auf Kosten seiner Nachbarn - Cicero, WSJ, Wirtschaftswoche, Süddeutsche, FAZ, Welt,

""The winner takes it all", singen Abba. "Deutschland streicht alles ein!", könnte Finanzminister Wolfgang Schäuble einstimmen. Denn im vergangenen Jahr hat das größte EU-Land wie kein anderes von der Eurokrise profitiert. Aus dem Zahlmeister wurde ein Krisengewinner." "Die Bundesrepublik hat weit mehr von der Eurokrise profitiert als bisher angenommen." Politik, Wirtschaft und Gesellschaft würden sich "auf Kosten des Südens" sanieren, schreibt Eric Bonse im Cicero:

Europa: Deutschland saniert sich auf Kosten seiner Nachbarn
21.01.2013, von Eric Bonse, Cicero

Die CDU gibt sich wirtschaftspolitisch zu sorglos - FTD

"Deutschland muss ein sorgenarmes Land sein. Dieser Eindruck drängt sich zumindest auf, wenn man einen Blick in den neuen Leitantrag der CDU-Führung zur Wirtschaftsprogrammatik ihrer Partei wirft. Denn viel Änderungsbedarf sehen die Christdemokraten offenbar nicht." "Dabei ist die Lage längst nicht so positiv, wie sie scheint." "Um Antworten auf die Finanz- und Euro-Krise zu finden, braucht die Basis Zeit für Debatten. Dafür wüssten die Parteimitglieder sicher gern, wie die Parteiführung dazu steht, und in welche Richtung ihre Spitzenkandidatin Angela Merkel das Land zu steuern wünscht.

Schlarmann: "Die Macht in der CDU von heute konzentriert sich auf das Kanzleramt - Alles in Frau Merkels CDU wird als alternativlos angeboten" - Handelsblatt

Der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, Josef Schlarmann, greift Bundeskanzlerin Angel Merkel frontal an:

"Der [Leipziger Volkszeitung] zufolge sagte der CDU-Wirtschaftspolitiker, er habe "erhebliche Zweifel" daran, dass die Union mit Merkel an der Spitze noch genügend Stimmen bei Wahlen holen könne. "Es gibt keinerlei grundsätzliche Debatte mehr, weil alles in Frau Merkels CDU als alternativlos angeboten wird." ""Die Macht in der CDU von heute konzentriert sich auf das Kanzleramt. Alle Minister sind von der Kanzlerin unmittelbar abhängig"."

Streben nach Konsens ersetzt zu oft das demokratische Prinzip

"Es ist beachtlich, wie flächendeckend das Streben nach Konsens mittlerweile das demokratische Prinzip des Kämpfens um Mehrheiten durch den kontroversen Streit ersetzt hat. Verwunderlich ist es hingegen nicht: Um in Debatten inhaltliche Klärung er erlangen, bedarf es der Bereitschaft, abweichende Standpunkte wahr- und ernst zu nehmen. Um dies zu können – und dann auch zu wollen –, braucht es den Glauben daran, in Debatten Mehrheiten für den eigenen Standpunkt gewinnen zu können. Und dazu benötigt man wiederum klar formulierbare und überzeugungsfähige eigene Standpunkte.

Deutsche Debatten: Statt Betroffenheitslyrik brauchen wir mehr Verstand - Welt

Die Krise bringt es an den Tag: Die intellektuelle Klasse vermufft im Sozialmief. Wer sich seines Verstandes bedient, gilt schnell als "kalt" und "rechts".

Warum schweigen die deutschen Intellektuellen zur derzeitigen Krise und zu Europa, fragt es neuerdings wieder im Feuilleton. Weil sie den Schlachtruf aus den 80er Jahren nicht mehr hören können und, weise geworden, wissen, dass die wichtigen Debatten heute im Wirtschaftsteil der Zeitungen und nicht mehr im Kulturteil stattfinden? Schön wär's.

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