Konsum

Wo bleibt die Würde unserer politischen Klasse?

Deutschland finanziert Europa. Nach IFO-Sinn haben wir uns (incl ESM) mit bis zu 780 Milliarden Euro engagiert. Und wofür? Für das Wohlleben anderer. Der griechische Wirtschaftsminister Chrysochoidis hat uns in der FAZ die Augen geöffnet: „Viele haben ihre Produkte exportiert. Das ging dann verloren als Folge der europäischen Subventionen. Während wir mit der einen Hand das Geld der EU nahmen, haben wir nicht mit der anderen Hand in neue und wettbewerbsfähige Technologien investiert. Alles ging in den Konsum.

Subventionen zerstören

"Auf die Frage, ob die Subventionen Griechenland zerstört haben, antwortete der als Reformer geltende Minister:

Der Staat aber ist kein Unternehmer, sondern ein Konsum-Monster

"Der Staat aber ist kein Unternehmer, sondern ein Konsum-Monster. Er teilt den ihm gewährten Kredit an seine Beamten und Soldaten aus, an Sozialhilfeempfänger und Rentner. Und diese Empfänger tätigen damit keine Investitionen, sondern bestreiten ihre Lebenshaltungskosten. Besonders Militärausgaben sind fast ausschließlich Konsum. Die Besitzer von Staatsanleihen können nur solange mit Verzinsung und Rückzahlung rechnen, als sie und ihre Kinder dem Staat als künftige Steuerzahler genügend Mittel dafür zur Verfügung stellen, das heißt, indem sie ihre Forderungen selber begleichen.

Ein großer Fehler

"Die Regierungen der Euro-Zone setzen bei der Haushaltskonsolidierung in erster Linie auf höhere Steuern – ein großer Fehler. Untersuchungen des Harvard-Ökonomen Alberto Alesina zeigen, dass die Sanierung des Staatshaushalts nur gelingt, wenn die Regierungen den Rotstift bei den Ausgaben ansetzen und dies mit moderaten Steuersenkungen verknüpfen. Höhere Steuern dagegen entziehen den Bürgern und Unternehmen Geld, das ihnen für Konsum und Investitionen fehlt. Folge: Die Wirtschaft schrumpft noch stärker, die Steuerquellen versiegen, die Defizite steigen."

CEP-Default-Index: Länderberichte Griechenland, Italien, Portugal – 1. Halbjahr 2011 - CEP

Griechenland bleibt nicht kreditfähig, problematisch ist insbesondere, dass die griechische Volkswirtschaft im ersten Halbjahr erheblich desinvestiert hat. Der Kapitalstock ist um 3,2% des BIP geschrumpft. Hinzu kommt die hohe Konsumneigung der griechischen Bevölkerung: Seit Beitritt zur Währungsunion wurden regelmäßig mehr als 100% des Nettoinlandsprodukts konsumiert.

Reformperspektiven für Griechenland:

Wer die Wirtschaft verliert, verliert Europa - Günther Lachmann

Solche Meldungen gehen dieser Tage leicht unter. Dabei sagen sie mehr über den Zustand der Eurozone aus als jeder Gipfel der Staats- und Regierungschefs oder das ganze Talkshow-Gerede über die angebliche Euro-Rettung. Es geht zum einen um die Auftragslage der Industrie, zum anderen um die Einkommen. Und wer da mal genau hinschaut, der wird bald auch die Krisenpolitik der Staats- und Regierungschefs mit anderen Augen sehen.

Der Österreicher soll demnächst nicht mehr in Gold sparen dürfen

So wird aus dem politischen Wien berichtet. Entsprechende Gesetzgebung sei in Vorbereitung. Der Grund ist sonnenklar: Immer mehr Bürger erkennen, dass alle Papiergeldsysteme zu ihrem Ausgangswert „Papier“ zurückkehren, und also versuchen sie, sich durch Flucht in Realwerte zu schützen. Umgekehrt erkennen immer mehr Politiker, dass der steigende Goldpreis das Fieberthermometer ihrer Unfähigkeit ist, eine wirtschaftlich anspruchsvolle Volkswirtschaft zu regieren, zumal ohne eigene Währung.

"Deutscher Konsumboom, du warst und bist weiter eine Märchen"

Deutsche Einzelhandelsumsätze verteidigen mühsam niedriges Niveau

"Deutscher Konsumboom, du warst und bist weiter eine Märchen, aber ein schönes Propagandainstrument, dass immer wieder unter die Leute gebracht wird!"

31.08.2011, von Querschuss
http://www.querschuesse.de/deutsche-einzelhandelsumsatze-verteidigen-nie...

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